Tony Cragg (Gross-Britannien)

Liverpool, 1949

Envelope

Cragg hat eine Verpackung – in diesem Fall eine leere Hülle mit Luft an der Innen- und Außenseite – geschaffen.

Das Werk sieht mit seiner glänzenden, goldenen Oberfläche vor allem aus der Ferne betrachtet äußerst anziehend aus. Die fruchtartige Skulptur scheint sich mitten in der Landschaft ein wenig in der Mittagssonne auszuruhen. Doch der schöne Schein trügt.

Kommt man etwas näher, dann fallen die Perforationen auf, die den Anblick verfremden, gleichzeitig aber auch eine gewisse Faszination ausüben. Es scheint viel weniger da zu sein, als erwartet. Das Material erweckt den Eindruck von Masse, Gewicht und Unerschütterlichkeit. Die Form ist jedoch weit gröber als anfangs gedacht und vor allem viel weniger massiv und kompakt. Die Skulptur ist hohl und völlig durchlöchert.

Die Skulptur stellt zwar einen Kontakt zur Umgebung her, entwickelt aber vor allem eine Eigendynamik - eine Konstante im Werk Craggs. Die verschiedenen Materien stören einander, verschwimmen manchmal fast miteinander und erwecken dann wieder den Eindruck einer starken Harmonie. Biologische oder geologische Phänomene spielen dabei die Hauptrolle und fordern die ganze Aufmerksamkeit. Craggs Skulpturen haben zuweilen eine an Muscheln erinnernde und manchmal auch völlig amorphe Form. Hier hat die Frucht seiner Arbeit einen deutlich figurativen Charakter.

Standort

Nummer 39 auf dem Grundriss

Beschreibung

  • Envelope
  • 1996
  • l. 238 cm x ø 150 cm
  • Bronze
  • MIT.B.491