Panamarenko (Belgien)

Antwerpen, 1940

Archaeopterix Lithografica

„Was andere als echte Kunst bezeichnen, sieht zu viel wie Kunst aus, das ist das Problem.”

Ein seltsamer Vogel sitzt auf einem Baumstamm. Zuerst bemerkt man ihn kaum, aber dann erweckt er die Aufmerksamkeit. Wenn sich ein Besucher nähert und nah genug herangekommen ist, bewegt sich das Kunstwerk. Der Vogel hüpft und schlägt mit den Flügeln. Panamarenko entkräftet das Mysterium nicht, er macht es noch größer.

„Ich habe von der Stadt einmal einen schönen Baumstamm bekommen, weil sie so einem schönen Vogel aus Holz wollten. Darauf springt er nun herum. Ein verrücktes Huhn? Spielzeug ist es. Ich mache eigentlich nur Spielzeug, denn das ist echte Kunst: die Poesie eines Spielzeugs. Was andere als echte Kunst bezeichnen, sieht zu viel wie Kunst aus, das ist das Problem. Die Kunst ist nämlich das einzige Vehikel, bei dem man versuchen sollte, sich jederzeit aus dessen Einflussbereich herauszuhalten und nicht das tun sollte, was die Mächtigen oder die Machthaber sagen: Das ist das Wesentliche der Kunst. Deshalb mag ich auch nur Künstler, die das gemacht haben oder immer noch tun wie Joseph Beuys, Bruce Nauman und Marcel Broodthaers.”

Panamarenko ist schon seit den 1960er von der Wissenschaft fasziniert und hat zahllose Versuche unternommen, sie in die Kunst zu übertragen. Seine Flugmaschinen, Rahmfahrzeuge und Zeppeline sind weltberühmt, aber dazu verdammt, für immer am Boden zu bleiben. Der Künstler stellt damit den Traum des Menschen vom Fliegen und seine Sehnsucht, immer höher hinaus zu kommen, dar, kommt dabei aber zu dem nüchternen Schluss, dass der Mensch einfach nicht dazu in der Lage ist. Er kann nur mit den Flügeln schlagen und herumhüpfen wie dieser Vogel.

Standort

Nummer 35 auf dem Grundriss

Beschreibung

  • Archaeopterix Lithografica
  • 1993
  • H. 30 cm x B. 30 cm x T. 30 cm (Archaeopterix)
  • H. 300 cm x ø 40 cm (Baumstamm)
  • Gemischte Techniken
  • MIT.B.477