Marino Marini (Italien)

Pistoia, 1901- Viareggio, 1980

Miracolo

Das hier dargestellte Pferd ist so unruhig und wild, dass es seinen Reiter abwirft.

Marino Marini schuf ab 1936 regelmäßig Skulpturen von Pferd und Reiter. Er wurde von Medardo Rosso beeinflusst und war mit Giacometti, Picasso, Braque und Moore befreundet. Infolge des sich verändernden Weltbildes des Künstlers durchlaufen diese Plastiken eine große Entwicklung.

Die ersten Ausgaben zeigen den Menschen als Herrscher, der fest auf dem Rücken seines Pferdes sitzt und die Welt in einer fast triumphierenden Haltung überschaut. Der Stil ist dort noch im sentimentalen Realismus verhaftet, die Formen werden jedoch langsam dramatischer und stellen schließlich die Tragödie des menschlichen Daseins dar. Auch die zum Ausdruck gebrachte Unruhe steigt entsprechend. Bei diesem Miracolo ist sie so stark, dass das Pferd sich aufbäumt und seinen Reiter abwirft.

Eine gewisse Ähnlichkeit mit Paulus drängt sich auf, der durch einen Blitz vom Pferd geschleudert wurde. Es ist jedoch nicht sicher, ob Marini diesen Hinweis bewusst verwendete, obwohl der Titel eine solche Vermutung nicht ausschließt. Später hat Marino Marini seine Pferde dann zu einer Art Fossil reduziert, das auf die Zerstörung und das absolute Nichts verweist, aus dem das Leben – zumindest der Theorie zufolge – entstanden sein soll.

Standort

Nummer 21 auf dem Grundriss

Beschreibung

  • Miracolo
  • 1951
  • H. 165 cm x B. 92 cm x T. 60 cm
  • Bronze
  • MIT.B.070