John Körmeling (Niederlande)

Amsterdam, 1951

Artiesteningang - Künstlereingang

John Körmeling bewegt sich im Niemandsland zwischen Architektur und bildender Kunst.

John Körmeling hat in Zusammenarbeit mit dem Bauunternehmen Moker an der Spitze der jüngsten östlichen Erweiterung des Skulpturenparks in Höhe der Middelheimlaan und des Lindendreef einen Pavillon errichtet, der als Besuchereingang dient, und ihn mit einem Augenzwinkern „Kunstlereingang” getauft.

Körmeling befasst sich auf ziemlich unorthodoxe Weise mit der Architektur und der bildenden Kunst. Genau wie sein belgischer Geistesverwandter Luc Deleu schafft auch er eine Art „konzeptueller” Architektur, die fortwährend die Grenzen des Denkens über Raumordnung, Städtebau und Architektur abtastet.

Die Art und Weise, wie Körmeling seine Idee entwickelt, formuliert und dokumentiert, zeugt von einer gesunden Dosis Humor und Ironie. Die weiße multifunktionale Konstruktion sieht futuristisch und retro zugleich aus. Aus den drei schlanken Pfeilern erwächst organisch ein dreiteiliges pilzförmiges Schirmdach, das an Tankstellen aus den 1950er Jahren erinnert und auch Assoziationen mit natürlichen Inspirationsquellen weckt. Körmeling bezeichnet das Dach als „eine Art Blume”, die sich den bizarren Formen des im Stil eines englischen Landschaftsgartens angelegten Middelheimparks anpasst.

Der gewellte Teil besteht aus einem mit Spritzbeton überzogenen Stahlskelett. Er steht auf einem kontrastierenden roten Sockel, der das gesamte Bauwerk in einer roten Glut erstrahlen lässt. In der Mitte befindet sich eine kleine Glaskonstruktion, die als Bar oder Ausstellungsraum für kleinere Kunstwerke genutzt werden kann.

Auf dem Dach stehen die Namen der Künstler, die mit ihren Werken im Museum vertreten sind. Körmeling bringt des Öfteren Texte auf seinen Gebäuden - wie beispielsweise dem 2002 errichteten T-Haus in Breda - an. Der „Künstlereingang” kann in verschiedenen Bereichen genutzt werden: Er markiert als auffälliger Blickfang einen neuen Eingang zum Museum, bietet den Besuchern Schutz und kann sogar Kunstwerke enthalten. Vor allem ist er jedoch eine flamboyante Skulptur, die es sich zwischen Natur und Architektur bequem gemacht hat.

Standort

Nummer 54 auf dem Grundriss

Beschreibung

  • Artiesteningang – Künstlereingang
  • 2004-2012
  • H. 485 cm x ø 2300 cm
  • Beton, Metall, Glas
  • MIT.B.542