Harold Klingelhöller (Deutschland)

Düsseldorf, 1954

Die Furcht verläszt ihren Gegenstand und geht über in Hass

Der Titel „Die Furcht verlässt ihren Gegenstand und geht über in Hass” erzeugt ein düsteres Bild. 

Harald Klingelhöller schuf in den 1980er Jahren Skulpturen, die die modernistische Bildhauerei in Frage stellten. Die monolithischen, auf sich selbst verweisenden Formen der Minimal Art explodierten in seinen Händen zu relativ unübersichtlichen, aufgetürmten Stapeln von Brocken und Fragmenten.

Die Heterogenität des verwendeten Materials (Karton, Stahl, Glasplatten, Spiegel, Gips, Holz, Beton) verstärkt noch den Eindruck der Inkohärenz. Klingelhöllers Konstruktionen geometrischer Formen und Volumen wirken auf den ersten Blick abstrakt, schaut man jedoch genauer hin, dann erscheinen bestimmte Details irgendwie „bekannt”. Sie gleichen stilisierten, archetypischen Bestandteilen von Gebäuden wie Brüstungen, Säulen, Architraven und Rundbögen. Die Werke erinnern an maßstabsgetreue Modelle halb demontierter Gebäude.

Ab den späten 1980er Jahren tauchen andere, buchstäblich „lesbare” Bestandteile in Klingelhöllers Werk auf. Einige geometrische Formen beruhen deutlich auf Buchstaben. Für die Ausstellung „Neue Skulpturen” (1993) konzipierte Klingelhöller die Arbeit „Die Furcht verlässt ihren Gegenstand und geht über in Hass”. Die sechzehn Buchstaben aus dem Titel wurden aus grauem Lavastein gemeißelt und dann in zwei ordentlichen Stapeln übereinander aufgestellt. Der Künstler wählte dafür den Standort Middelheim-Laag, wo das Werk mit einer grünen Wand aus Rhododendren interagiert. Die unauffälligen geometrischen Konstruktionen gleichen modernistischen Gebäuden in einer idyllischen Landschaft. Der Titel „Die Furcht verlässt ihren Gegenstand und geht über in Hass” erzeugt jedoch ein düsteres Bild.

Standort

Nummer 41 auf dem Grundriss

Beschreibung

  • Die Furcht verlässt ihren Gegenstand und geht über in Hass
  • 1993
  • H. 170 cm x B. 130 cm x T. 110 cm
  • Basalt
  • MIT.B.473