Bernd Lohaus (Deutschland)

Düsseldorf, 1940 – Antwerpen, 2010

Middelheim

Eine geometrische Figur kehrt allmählich zu ihrem organischen Ursprung zurückt.

Bernd Lohaus kam 1966 nach Antwerpen, wo er u. a. zusammen mit Panamarenko und Hugo Heyrman an Happenings teilnahm und die Wide White Space Gallery einrichtete. Seine Arbeiten lassen sich anfangs Strömungen wie dem Postminimalismus und der Anti-Form zuordnen.

Lohaus untersucht verschiedene unkonventionelle Materialien und ihre möglichen Beziehungen zueinander. Klebeband, Papier, Leinwand, Holzbalken, Farbe und Seil machen seine Werke zu äußerst hybriden Interventionen. Sie bewegen sich irgendwo zwischen Gemälde, Skulptur und Installation. Die Gegenstände werden in Clustern vereint oder schmiegen sich an Wände und Böden des Ausstellungsraums. Aus dieser Vielzahl von Erscheinungsformen kristallisiert sich allmählich eine verfeinerte Formensprache heraus.

Lohaus konzentriert sich u. a. auf das Installieren und Kombinieren schwerer Holzbalken, die meistens aus der Hafenindustrie stammen. Sie suggerieren noch eine Beziehung zur ihrer ursprünglichen Herkunft, wecken aber durch ihre geometrischen Formen und die Spuren des Verschleißes auch Assoziationen mit Geschichte und Fortschritt. Durch das Hinzufügen von eingekratzten oder mit Kreide angebrachten Worten erhalten die stummen Überreste eine textuelle Ebene. Meistens handelt es sich dabei um kontextlose Präpositionen, Pronomen oder Verben.

Lohaus’ Beitrag zu der Ausstellung „Neue Skulpturen” (1993) bestand aus einer monumentalen, liegenden Skulptur, die sich perfekt in die leicht ansteigende Landschaft des Parks Middelheim-Laag einfügt. Die Balken, die einander teilweise stützen, scheinen einen Raum abzugrenzen, gleichzeitig aber auch in eine Richtung zu weisen. Aufgrund ihrer verwitterten Oberfläche und der dunklen Farbe fallen sie in der Umgebung kaum auf und scheinen schon seit Jahrzehnten dort zu Hause zu sein, wie eine geometrische Figur, die allmählich zu ihrem organischen Ursprung zurückfindet.

Standort

Nummer 42 auf dem Grundriss

Beschreibung

  • Middelheim
  • 1993
  • H. 113 cm x B. 786 cm x T. 1230 cm
  • Azobéholz und Eisen
  • MIT.B.474