Antony Gormley (Gross-Britannien)

Londen, 1950

Firmament III

Eine offene Einladung zum Nachdenken über unsere Stellung innerhalb der Ordnung der Dinge.

Dieses bizarre, dreidimensionale Werk umhüllt eine Leere in Form eines menschlichen Körpers, dann jedoch zehnmal größer. Die Skulptur ist eine Matrix, deren Aufmerksamkeit auf den Betrachter und das Werk gleichermaßen ausgerichtet ist.

Gormley geht bei seiner Arbeit immer vom eigenen Körper aus und das im wahrsten Sinne des Wortes: Oft werden Skulpturen nach dem Körper des Künstlers gegossen, der jedoch anonym eingesetzt wird.
Das strukturelle Prinzip dieser Skulptur ist eine Schaummatrix mit einer vierflächigen, verknoteten geometrischen Struktur, die in der Natur in Kohlenstoffatomen und in der Zellstruktur von Schaum und Blasen vorkommt. Vier Elemente oder Ränder richten sich in einem Winkel von 120° zueinander aus und bilden so eine Massa, d.h. vor allem bizarre Polygone. Dieses geometrische Verhältnis ist in den unterschiedlichsten natürlichen Formen wie den Skeletten von Kieselalgen und der Kristallstruktur von Mineralien zu finden. Hier dient es dazu, den menschlichen Körper zu fassen oder einzufangen.

Den Künstler interessiert dabei nicht der ästhetische, sondern der menschliche Aspekt der Form: der Mensch als Individuum, als Mitglied des Kollektivs und als Objekt im Verhältnis zu Raum und Natur. Der Titel Firmament verweist auf den Himmel oder das Himmelsgewölbe. Der lateinische Ursprung des Wortes erinnert daran, dass das Firmament  den Himmel in Form eines „Befestigungsmittels” unterstützt. Sterne dienen dabei als Baken, die im Weltraum die richtige Richtung angeben. Auf diese Weise werden auch die Knotenpunkte des Werks zu Gestirnen, die Körper und Geist zum Nachdenken anregen. Das silberne, reflektierende, filigrane Geflecht des Firmaments fängt das Licht der sich ständig verändernden Jahreszeiten ein und regt den Besucher fortwährend dazu an, über seine Stellung in der Ordnung der Dinge nachzudenken. Die dem Museum geschenkte Skulptur hat einen einzigartigen Platz im ältesten Teil des Middelheimparks erhalten.

Mit Unterstützung der Galerie Xavier Hufkens, Brüssel.

 

Standort

Nummer 58 auf dem Grundriss

Beschreibung

  • Firmament III
  • 2009
  • H. 381 cm x B. 1094 cm x T. 697 cm
  • Elemente aus rostfreiem Stahl
  • MIT.B.545

Fotos des Aufbaus